Mal ein paar Gedanken zu den „üblichen“ Vorstellungen über Pflanzenwirkstoffe.

Viele Leute glauben, nur weil etwas aus der Natur stammt, sei es automatisch „sanft“ oder mit anderen Worten, eher „schwach“ in der Wirkung und wenn man „richtig krank“ sei, müsse man zu „stärkeren“ Mitteln aus der konventionellen Pharmazie greifen.

Auf der anderen Seite fürchten die gleichen Menschen sich vor „Giftpflanzen“ und würden ihre Medizin eher nicht selbst sammeln.

Ist Euch schon mal der Widerspruch aufgefallen?

Wie kann Pflanzenmedizin per se „lasch“ sein, wenn es doch Pflanzen wie den Eisenhut gibt, von denen ein einziges (grosses) Blatt zu einer tödlichen Vergiftung führen kann?

Klar dass es auch bei Pflanzen (und Pilzen) natürlich starke und weniger starke Wirkstoffe gibt. Es gibt ja auch mehr oder weniger starke pharmazeutische Zubereitungen aus Einzelwirkstoffen.

Z.B unter den nervenberuhigenden Mitteln ist ein Tee aus Melisse oder ein Lavendel- oder Hopfenkissen eher sanft.

Ein gut gefüllter Teelöffel voller Baldriantinktur reicht aber durchaus an die Wirkung von Valium heran (wenn auch der Wirkmechanismus ein anderer ist) und man sollte dann nicht unbedingt ins Auto steigen.

 

 

 

 

 

 

 

Also es ist Unsinn, anzunehmen, dass alle Pflanzenwirkstoffe „irgendwie mild“ wirken und kann, wie beim Baldrian, auch zu gefährlichen Fehleinschätzungen führen!