die meisten nehmen sofort irgendein Mittel und glauben auch nicht ohne das auskommen zu können.
Es erfordert zunächst erstmal Mut, habe ich festgestellt, auf „Mittel“ zu verzichten und das von seinen Mitmenschen insbesondere auch Ärzten und Krankenschwestern einzufordern mit starken Schmerzen in Ruhe gelassen zu werden..ohne das alle 5 min einer kommt..“wollen sich nich doch..? “
Ich habe ab meiner 2 oder 3 BänderOP nach den OPs gar nix mehr genommen und auch vorher kein Beruhigungsmittel. erstmal kam das dadurch das ich Morphium nur schlecht vertrage und nebenher dann immer auch Atropin brauche, die Mischung ergibt einen recht merkwürdigen Zustand, in dem man vllt ums Feuer tanzen aber nicht in einem Aufwachraum liegen kann..super unangenehm das..
Also dann eben gar nix.. Wenn man sich drauf einlässt wird das nicht nur zu einer grossartigen Erfahrung von konzentrativer Macht, Schmerzen erzwingen Konzentration, die macht die du dabei entwickelst behältst du auch später weiter. 2 bis 3 Tage nach der OP wirds dann deutlich weniger, und bald hast du gar keine Schmerzen mehr, auch nicht mehr später, wenn der Gips ab ist oder so..
Ich habe die Erfahrung gemacht, das die „Menge“ an Schmerz, die dabei ist, gleich bleibt, wenn zu dich zudröhnen lässt hast du dann das eben über einen längeren Zeitraum. Es gibt Leute die nach nem Jahr nach ner Bandplastik immer noch „Beschwerden“ haben ..nach nem Jahr muss ich dann schon überlegen an welchem Gelenk die dann eigentlich war.
Schmerzen sind also offenbar Bestandteil des Heilungsclusters, genau wie die daraus resultierende Konzentration. Wenn der betroffene Körperteil die gehabt hat, muss er nicht mehr auf sich aufmerksam machen. als ob dadurch irgendeine Form von“Aura“ wieder hergestellt würde.. es ist also irgendwie auch kein Wunder das Mittel gegen Schmerzen süchtig machen, denn sie erhalten einen „verflossenen“ unkonzentrierten Zustand.. eine undichte Aura.. ausserdem erhalten sie offenbar ja auch irgendwie „dekoratives Leiden“ denn je mehr und länger sowas genommen wird desto weniger wollen die Patienten ihr Teil wieder ganz heil werden lassen, so heil das es nicht mehr wichtig ist,das es mal kaputt war, das man nicht mehr drüber reden muss/will /kann..Ich habe die Erfahrung gemacht das Leute regelrecht böse werden wenn man keine Lust hat sich das „operierte Bein“ auch noch 5 Jahre später aufs Brot schmieren zu lassen.. ich habe aber bisher nicht verstanden warum das den Leuten so erhaltenswert ist..man erinnert sich doch auch nicht so detailreich an aufgeschrammte Knie in der Kindheit.. Dieser Zusammenhang fehlt mir noch um das Schmerz-Cluster zu verstehen, vllt kann einer von euch was erzählen, das mich den Zusammenhang erkennen lässt.

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One thought on “Umgang mit Schmerzen

  1. Wenn ich mal durch mein Guckloch schaue, aus meiner Perspektive, dann denke ich, es geht beim 25. Jahrestag der operierten Kniescheibenrückholfeder vorallem darum, wie FURCHTBAR man doch gelitten hat, dass dieses LEIDEN nahezu messianische Ausmasse angenommen hat und wie sehr man doch MitLEID verdient hat.

    Verständniserbettelnd werden die Schmerzen dargelegt, und die lebensbedrohlichen Mengen an Schmerzmitteln und sonstigen Pillen, die von den Ärzten SCHUBKARRENWEISE ins mit High-Tech-Geräten vollgestopfte Krankenhauszimmer in der speziellen Spezialklinik im speziellsten Spezialzimmer dieser einzigen wirklich speziellen Abteilung transportiert wurden.
    Ohne die man natürlich einen langsamen, qualvollen und für alle Beteiligten erschütternden Tod gestorben wäre.

    Bei mir sind es über 10 Jahre Alkohol, 3 Jahre Heroin, ´ne Hepatitis C Leber und ein sexueller Missbrauch, die ich den Leuten wahlweise mit unterschiedlichen Beilagen und Garnierungen auf´s Brot schmiere oder auf den Teller lege, weil „man(n) hat ja was zu erzählen“ und ich werde diesen Kram nicht richtig los.

    Sowas kommt bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten, ich schleppe das alles immer noch mit mir rum und lasse mich davon überrumpeln. Bevor mir bewusst wird, was passiert, habe ich meine One-man-Show runtergebetet und denke mir LANGE Zeit danach, was soll das?

    Mittlerweile bin ich zu der Annahme gekommen, dass diese Dinge passiert sind, damit ich daran wachse, damit ich jemand WERDE. Um jemand zu SEIN.

    Aber anstatt zu dem Baum zu werden, der aus diesen Samen wachsen könnte, reiche ich überall die Samen rum: „Guck mal, DAS sind´n paar Dinger, was?“

    Hm. Bin grad selber erstaunt über die (Wort)Bilder, die mir grad zugefallen sind…

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